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C H R O N I K


 

Man nimmt an, dass zwischen 650 und 750 die Bedsiedlung unseres Gebietes durch den Stamm der Bajuwaren erfolgte. Die Ortsnamen auf -ing bezeichnen ihren Weg und ihre Siedlungen. Die Orte Fürsetzing, Döbling, Stempling usw. dürften damals entstanden sein.

Nach dem Sieg Otto des Großen im Jahr 955 setzte um das Jahr 1000 eine weitere rege Kolonisations- und Siedlungstätigkeit ein. Nun wurden Ortsnamen auf -dorf und -berg üblich. Damals entstanden somit vermutlich u.a. die Ortschaften Wotzdorf und Steinberg. Im Jahre 1010 schenkte Kaiser Heinrich II. dem Kloster Niedernburg den Nordwald zwischen Ilz und Rottal (im heutigen Österreich), dadurch erhielt das Land zwischen Donau und Böhmerwald östlich der Ilz den Namen "Land der Abtei". Es wurde allerdings 1161 mit der Unterstellung der Mariendatei Niedernburg unter die Passauer Bischöfe und mit dem Übergang der Grafschaftsrechte an diese im Jahr 1217 der Hauptbestandteil des Fürstbistums Passau.

Etwa um 1220 sind im Passauer Urbar folgende Orte unserer Gegend erwähnt: Vursecinge (Fürsetzing?), Charhaim (Garham?), Pouzinge (Bauzing?) und Chalptrage (Kaltrum?).

Besonders im 15. und 16. Jahrhundert drangen von Westen her die Herren von Watzmannsdorf als Lehensträger der Bischöfe ein und erwarben zahlreiche Höfe und Zehnten, so u. a. auch inWotzdorf. Die Akten und Urbare berichten aber auch von Eigengütern, z. B. auch in Stempling.

Als  Lehensbesitzer ist auch ein Herr von Corhaym (Garham bei Kumreut) erwähnt, der u. a. Höfe in Windpassing und Oberdiendorf erhielt. Sollte sich auf dieses Edelsgeschlecht auch der Hof Garham zurückleiten?

Bis Ende des 16. Jahrhunderts unterstand unser Gebiet dem Pfleggericht Freudensee.

1280 gehörten zum Hochstift auch Güter zu Winzgozesdorf (Wotzdorf?) und Charhaim (Garham).

In den Jahren 1300 bis 1670 tauchen immer wieder die Namen Watzmannsdorf, Watzmanstorffer, von Watzemstorf, Wazemstorffer sowie die Orte Watzmannsdorf und Watzmanstorf auf. Man nimmt an, dass sich daraus der Ortsname Wotzdorf entwickelt hat. Außerdem sind während dieser Zeit immer wieder die Namen Kharhaimer und Kharhamer sowie der Kharhaimer Hof oder Kharhamhof zu finden. Daraus hat sich vermutlich dann Garham entwickelt.

Im allgemeinen scheinen schwere Kriegsnöte unserer Gegend dank der Abgelegenheit erspart geblieben zu sein. So ging auch der 30-jährige Krieg an unserem Land vorüber. Lediglich die Einquartierung von Truppen schädigte und belästigte die Bevölkerung schwer.

Es scheint, dass Hauzenberg und seine nähere Umgebung von der Pest ziemlich verschont blieb, während Nachbargebiete schwer zu leiden hatten. Allerdings ist in einem Wegscheider Akt von 1649/50 zu entnehmen, dass die Pest auch in unserer Landschaft Opfer forderte.

Ende des 16. Jahrhunderts beteiligten sich auch die Bauern von Hauzenberg und Umgebung an dem Widerstand gegen den Bischof, der etwa den 15. Teil ihres Vermögens als Steuer forderte. Nach sich widersprechenden Entscheidungen des Reichskammergerichts, Gefangennahme von einigen Bauern, Verhandlungen, Freilassung der Bauern und Hinrichtung von zwei Rädelsführern (was den Widerstand der Bauern verstärkte) bequemten sich Bauern schließlich doch zur Steuerzahlung.

Etwa 100 Jahre später hatten die Bauern wiederum Ursache zu ernster Beschwerde über die hohen Steuerlasten. Diesmal waren es die vielen Belastungen der Bauernschaft: Laudemien (bei Besitzänderungen zu entrichten), Abgaben für Reutgrundstücke, Robottleistungen (Hand- und Spanndienste), so z. B. zum bischöflichen Eisenbergwerk bei Kellberg und zu fürstlichen Bauten, auch der hohe Ochsenaufschlag und die großen Wildschäden verbitterten die Bauern, ferner das Verbot der Holzfällungen zwischen Pfingsten und Michaeli. Der Steuerstreik erregte das Mißfallen des Kaisers. Bei weiterer Weigerung sollte strenge Strafe, evtl. Exekution einsetzen. Trotzdem weigerten sich weiterhin viele Bauern, da sie infolge Armut nicht in der Lage gewesen wären, die Schuldsummen zu zahlen. 1683 erfolgte sodann die militärische Exekution. Nun unterwarfen sich die meisten Bauern. Denen, die sich jedoch nicht unterwarfen, wurde das Vieh gepfändet.

Darben, ja hungern mußte die Bevölkerung unseres Landstrichs zweifellos oftmals. Insbesondere ist eine länger dauernde Teuerung und Hungersnot aus den Jahren 1770 - 1772 bekannt. Eine ungünstige Witterung bewirkte Mißwuchs und anschließende Teuerung. Wucher mit Getreide sowie eine Ausfuhrsperre in Österreich und Bayern erhöhten die Not. Ein Glück war, dass im Jahr 1770 in der Gegend der Kartoffelanbau eingeführt worden war.

Schließlich sei noch an die beiden Weltkriege erinnert, die hier wie auch anderswo Not und Elend ins Land brachten und den Frauen ihre Ehemänner sowie den Müttern ihre Söhne nahmen.

 

 

 



 


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